Das virtuelle Homestage Festival - vor dem Bildschrim statt im Zelt (c) Titelbild Credits: Homestage Festival

Das virtuelle Homestage Festival - vor dem Bildschrim statt im Zelt

Österreichische Künstler*innen stehen derzeit vor enormen Herausforderungen. Deshalb: Haut euch in euren heißesten Pyjama, macht euch einen Gin-Tonic und trefft euch zum Homestage-Festival in der Kommentarspalte.

Bis zu den Knöcheln im Gatsch, dutschnass durchgeschwitzt oder vom Regen durchgenässt und täglich grüßt das Morgenbier. Spätestens an Tag drei eines Festivals wünscht sich auch der heavieste Mettal- Fan im tiefsten Inneren ein Stück heimeligen Komfort zurück. An Tag zehn der Corona-Quarantäne würden wir hingegen unseren Parkettboden ohne weiteres für ein bisschen Erde unter unseren Füßen hergeben.

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Keine Festivals, Konzerte, Lesungen und Kabaretts – Unser soziales Leben hat sich völlig auf den Kopf gestellt. Und dadurch stehen Kunst- und Kulturschaffende vor enormen Herausforderungen. Ganze Touren werden abgesagt, Honorare bleiben bis auf unbestimmte Zeit aus.

Derzeit schwirren deshalb eine Fülle an livegestreamten Konzerten durch unsere Timelines. Die Homestage-Festivals möchte von 27. bis 29. März von 17 bis 21 Uhr verschiedenste Künstler zu einem Online-Festival vereinen und die virutelle Crowd gleichzeitig um Spenden für die lokale Künstler und KünsterInnen zu unterstützen. „Die Idee ist, bekanntere und unbekanntere KünstlerInnen aus verschiedenen Genres zusammenzubringen, Solidarität zu zeigen und Kunstschaffenden so zu ermöglichen, auch in Krisenzeiten aufzutreten und ein neues Publikum zu erreichen.“, sagt Mitorganisatorin Lisa Reimitz-Wachberger.

Ein Stück soziales Leben

„Wir sind ja alle betroffen. Bei uns ist es nur so, dass wir jetzt alle arbeitslos sind und kein Einkommen mehr haben – so wie in vielen Branchen derzeit“, erzählt Sigrid Horn, die auch am Homestage-Festival von ihrem Wohnzimmer aus auftreten wird. Durch die Corona Maßnahmen wurde die Tour der österreichischen Singer-Songwriterin und Protestsongcontest-Gewinnerin, die letztes Jahr auch am Popfest zu sehen war, abgesagt. Durch CD-Verkäufe - und wer kauft noch CDs? - kann sie sich nicht über Wasser halten.

Das Album – es heißt zeitgemäß „I bleib do“ – präsentierte Sigrid via Live-Stream auf Facebook. „Am Anfang war es komisch, keinen Applaus zu bekommen. Man weiß nicht, ob es den Leuten taugt oder nicht. Und auch technisch war es eine Herausforderung“, sagt die Mostviertlerin, „Aber nach einer Zeit ist es ein total schönes Gefühl. Die Leute treffen sich dort virtuell mit ihren Freunden und kommentieren, dass es eh wie beim Fortgehen ist“, sagt sie, „Das war sehr gesund für mich. Und ich glaube, dass ich den Menschen dadurch ein Stück sozialen Alltag zurückgeben kann.“ 

Lokale Künstler unterstützen

Die Live-Performances werden am Wochenende auf der Facebook-Seite der Homestage-Festivals gestreamt. Die Facebook-Seite ist an eine Crowdfundingkampagne geknüpft, bei der auch ideelle Festivalpässe und Tickets gekauft werden können. Der Erlös geht zu gleichen Teilen an allen Künstler*innen und die Veranstalter*innen.

Dieser Solidaritäts-Gedanke ist das, was Sigrid Horn während dieser Zeit durchhalten lässt. „Wir machen diese Quarantäne jetzt alle für unsere Gesellschaft. Aber irgendwann bald möchte ich wieder auf der Bühne stehen.“

Neben Sigrid Horn werden lokale Künstler*innen aus ganz Österreich beim Festival live-streamen: Zum Beispiel Mira Lu Kovacs, Kersosin 95,  LYLIT und LEMO oder Christoh, Wenzel Beck, Kristoff, James Choice, Yunger oder Squalloscope. Es gibt auch Lesungen von Autor*innen wie Puneh Ansari (Hoffnun) und Angela Lehner (Vater Unser). Kabarettprogramm gibt’s von Robert Palfrader, Thomas Maurer, Hosea Ratschiller und Aida Loos.

Titelbild Credits: Homestage Festival

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