Was, wenn wir Teile des Coronakrisen- Zustands für die Zukunft beibehalten? (c)

Was, wenn wir Teile des Coronakrisen- Zustands für die Zukunft beibehalten?

Viele Menschen mussten ihren Alltag in kürzester Zeit dramatisch ändern. Alles läuft jetzt Online ab. Das konnten sich viele bis vor kurzem überhaupt nicht vorstellen. Doch was passiert, wenn wir die Krise überwunden haben? Wäre es möglich, das derzeitige Verhalten beizubehalten?

It could have been an Email after all

Wenn wir eines nach dieser ersten Woche im Home-Office gelernt haben, ist es, dass wir auf viele Meetings verzichten können. Ein kurzes Email oder ein rasches Telefonat tut es offenbar in den meisten Fällen auch. Auch Gruppenmeetings können in Form einer Videokonferenz abgehalten werden. 

Eines ist jedoch klar - die Gesprächskultur bei einer Videokonferenz muss gelernt sein. Es braucht viel Disziplin, da - im Vergleich zu persönlichen Meetings - keine zwei Leute gleichzeitig reden können. Doch auch für hitzige Diskussionen gibt es digitale Ersatzmöglichkeiten. So können beispielsweise Doodle, Slack oder ähnlich online Organisationssysteme genutzt werden, um Entscheidung in Form einer Abstimmung zu treffen.

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Das mit dem Verkehr...

Ein kurzer Blick auf Flightradar macht deutlich, dass der Flugverkehr drastisch zurückgegangen ist. Fast ausschließlich Cargo Flüge sind noch unterwegs. Es scheint, als könnten auch internationale Firmen ihre Businessmeetings via Videokonferenz abhalten. Und um mit der besten Freundin, die in London wohnt, über den neusten Gossip zu reden, braucht es nicht unbedingt den 30€ Easyjet Flug. Facetime tut’s scheinbar auch.

Die Asfinag Kameras von der Tangente liefern ein ähnliches Bild; es sind wesentlich weniger Autos unterwegs. Die endlosen Staus zur Rush-hour gibt es schlicht nicht mehr. Das bringt klar viele Vorteile. In erster Linie wirkt sich der reduzierte Verkehr selbstverständlich positiv auf das Klima aus. Weniger Flugzeuge und weniger Autos in den Städten führen zu einer besseren Luftqualität. Eventuell sehen wir ja nach dem Lockdown mal wieder den Sternenhimmel über Wien.

Und ist euch schon aufgefallen wie ruhig es plötzlich ist? Gerade jetzt wo das Wetter wieder wärmer wird, ist es angenehm bei offenem Fenster zu schlafen. Wer an einer großen Straße wohnt hatte bis jetzt wahrscheinlich seine Probleme damit.

Und wie schaut es mit der Kultur aus?

Abgesehen von den massiven finanziellen Einbußen für die Veranstalter selbst, haben die Kulturbegeisterten zahlreiche Möglichkeiten, sich entertainen zu lassen. Auch hier scheint es heutzutage in einer Lockdown Situation viele Alternativen zu geben. Virtuelle Touren durch Museen, Konzerte von Musikern aus ihrem Wohnzimmer und live Streams vom DJ Set. Da Partys in Clubs im Moment undenkbar sind, versuchen es jetzt immer mehr Veranstalter mit Quarantäne Party Streams. Die ganze Nacht im Wohnzimmer tanzen mit gelieferten Drinks und unseren Lieblings DJs. 

Gem/einsam versorgt euch beispielsweise täglich mit DJ- Livestreams diverser österreichischer DJs.

Distance-learning – Warum nicht im Pyjama etwas über Quantenphysik lernen?

Im Bereich der Bildung geht - wenn auch mancherorts nur schleppend - einiges voran. Die Studenten von überlaufenen Studienfächern an der Hauptuni in Wien werden es aus den StEOP Zeiten kennen. Die Vorlesung samt Power Point Präsentation wird aufgenommen, auf Moodle gestellt und kann bequem vom Bett aus gehört werden. Dieses Angebot wird, wo es geht, nun ausgeweitet. Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass auch das Juridikum es noch dieses Jahrhundert schafft diesen komplexen Prozess umzusetzen.

An einigen Schulen dürfte der virtuelle Unterricht schon ganz gut vonstattengehen. Andere struggeln noch etwas an der Umsetzung und setzten zurzeit noch auf Aufsatz- schreiben- Foto- machen- und- per- Mail- schicken.

Auch wenn es in manchen Bereich noch etwas hapert, es scheint fast nichts zu geben, dass nicht auch online erledigt werden kann. Und wenn die Krise dann vorbei ist?

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Vielleicht war früher doch nicht alles besser... 

Komplett werden wir wohl in Zukunft nicht auf menschlichen Kontakt in der Arbeitswelt und im Privaten verzichten. Es ist unwahrscheinlich, dass niemand mehr ins Kino oder ins Museum geht und wir unsere Martinis immer auf unseren Sofas schlürfen. Auch werden wir nicht jegliche Flugzeugreisen aufgeben. Aber vielleicht werden wir auch nach der Krise mehr auf das neuentstandene online Angebot zurückgreifen wollen. 

Es wäre für unsere Umwelt und eine nachhaltige Modernisierung auf alle Fälle wünschenswert!

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