Real Talk mit Mac Troy – über seine Big Brother Teilnahme, zu großen Hunger, Corona und eine Pornokarriere (c) Titelbild Credits: SAT.1

Real Talk mit Mac Troy – über seine Big Brother Teilnahme, zu großen Hunger, Corona und eine Pornokarriere

Wir haben uns mit dem Veggie - Burger - Spezialisten und Influencer Mac Troy über die Realität im Big Brother Haus, die vollkommene Abgeschiedenheit, die Medienberichterstattung über ihn und seine Vergangenheit, den kurzen Schock über Corona nach dem Auszug und auch über seine sehr positiven Erfahrungen gesprochen. Das sympathische Enfant Terrible dieser Big Brother Staffel gewährt uns einen tiefen Einblick. 

Big Brother sollte ja jedem bekannt sein. In totaler Isolation von der Außenwelt leben 14 Kandidaten auf recht engem Raum miteinander, müssen in zwei Teams aufgeteilt Aufgaben erledigensogenannte Challenges – und sich so etwas für ihr Team verdienen – alles unter permanenter Beobachtung von Kameras. Mac Troy war als einziger österreichischer Teilnehmer dabei und wir durften ihn über seine Erfahrungen und persönlichen Lehren, die fehlenden Informationen bezüglich des Coronavirus seitens Big Brother und seinen aktuellen Favoriten ein bisschen ausquetschen.

Zurück im normalen Leben – naja, im „normalen“ Corona- Leben. Mac ist freiwillig gegangen. Es gab zu wenig Essen für ihn. „Ich habe zehn Kilo abgenommen.“, erklärt er mir und fährt fort: „Ich bin normal immer am Essen.“ – er isst auch, während ich mit ihm telefoniere – wir halten uns beide brav an die Maßnahmen. Nachdem zwei Challenges nicht geschafft wurden, war das Budget fürs Essen im Haus, in dem Mac untergebracht war, knapp. „Ich habe ja keine Fettreserven, da trifft mich sowas sehr hart.“

War das der ausschlaggebende Grund, weshalb du freiwillig ausgezogen bist? Gab es noch andere Herausforderungen?

„Ja, das mit dem Essen war mit Sicherheit das Schwierigste für mich. Körperlich war ich wegen dem Hunger schon komplett am Ende.“ Unterstützt wurde das Ganze noch durch die für Big Brother üblichen Diskussionen und Streitereien, von denen das Format auch sehr stark lebt und die zum Teil – so sehe ich das als Außenstehender jedenfalls – natürlich unterstützt werden, um die Sendung lebendiger zu machen.

„Geistig und psychisch war ich gegen Ende auch nicht mehr so top unterwegs – wegen der ganzen Konflikte." Hin und wieder geraten die Bewohner aneinander, was beinahe logisch ist, wenn sie auf so engem Raum zusammenleben; massig Missverständnisse inklusive.

Nachdem im Big Brother Haus Handys nicht erlaubt sind, konnte Mac die bestärkenden und unterstützenden Nachrichten erst nach seinem Auszug lesen. „Es kamen zahlreiche Nachrichten, wie - bitte bleib drinnen! Das war nachträglich wiederum sehr schön zu lesen.“

Warum hast du eigentlich bei Big Brother mitgemacht?

„Ich würde behaupten, die meisten sind wegen dem Geld rein. Ich habe es jedenfalls nicht deshalb gemacht, sondern wegen der Reichweite.“ Ein Preisgeld von 100.000 € winkt dem Sieger. Doch Mac ist vor allem als Youtuber und lokaler Instagram- Influencer bekannt, weshalb ihm auch das weiterhin das Wichtigste war. „Außerdem war da natürlich auch der Reiz des Abenteuers und der neuen Erfahrung."

Wie würdest du die Erfahrungen bei Big Brother zusammenfassen?

„Auf alle Fälle war es eine echt coole Erfahrung und ich würde das bestimmt wieder machen. Außer das mit dem Essen.“ – Mac lacht. „Davon werde ich auch noch meinen Kindern erzählen können. Die Zeit möchte ich keineswegs missen." Für ihn ist es das einzige TV- Format, bei dem er sich vorstellen kann, mitzumachen. Seine Begründung: „Ich kann dort sein, wer ich wirklich bin. Ich muss mich nicht verstellen und darf authentisch bleiben.“

„Etwas, das sehr gewöhnungsbedürftig war - du wirst rund um die Uhr beobachtet. Du bist nie allein. Wenn du merkst, wie sich die Kameras mit dir mitbewegen, ist das anfangs schon verstörend und nur unter der Decke versteckt bist du wirklich allein. Du bist unter der Dusche, du wirst gefilmt; du bist am Klo, du wirst gefilmt.“ Mac erklärt mir weiters, dass er sich aber auch daran schnell gewohnt hatte.

Was ist dir im Big Brother Haus abgegangen?

„Anfangs mein Handy, weil ich ja sonst doch sehr präsent bin auf Instagram und die Gewohnheit habe, jeden Tag etwas zu posten.“ Aber daran hatte sich Mac sehr schnell gewöhnt. „Was mir auch bisschen gefehlt hat, waren Typen – also irgendwas Auffälligeres, ein Bad Boy oder ein Volltätowierter. Die Leute im Big Brother Haus erfüllen eher Klischees typischer Studenten.“ Mac war in der Tat wohl der Auffallendste von allen. „Es waren nur Deutsche drin, ich war der gefühlt einzige mit Migrationshintergrund, außer Vanessa. Die hat zwar afrikanische Wurzeln, aber war auch eher vom Gefühl her eine Deutsche.“

Um das Thema kommen wir momentan nicht herum, vor allem, nachdem die Medienberichte gezeigt haben, dass euch über die Ausbreitung des Coronavirus nichts erzählt wurde. Wie kann man sich das vorstellen? Und: Wie war es, als du davon erfahren hast?

„Es war so ziemlich das erste Thema, als ich rausgekommen bin. Als wir damals eingezogen sind, war es ja noch ganz am Anfang. Wir haben ab diesem Zeitpunkt (Anm. d. Red.: Start von Big Brother war der 10. Februar) nichts mehr mitbekommen und uns wurde auch nichts gesagt.“ Der einzige Kontakt zu Außenwelt ist eine Stimme, die für „Wehwehchen“ und Rücksprache aber nicht für News von draußen zur Verfügung steht. „Selbst im Knast bekommst du mehr Informationen. Die einzigen Personen, zu denen du Kontakt hast, sind eben die Bewohner und die eine Stimme.“

„Als ich aus dem Haus rauskam, musste ich erstmal in ein Auto einsteigen. Ich hatte mich entschuldigt, dass ich freiwillig das Haus verlassen habe und war voll nervös deshalb.“ Er wurde aber diesbezüglich schnell beruhigt und ihm wurde gesagt, dass das keineswegs ein Problem sei. „Dann wurde ich gefragt, ob ich etwas vom Virus mitbekommen hätte. Die Schilderungen des Kerls besorgten mich, weil er erzählte, dass schon so viele infiziert und sogar gestorben sind.“ Mac ist sozusagen von einer Isolation in die nächste – kein gutes Timing.

„Mein Gefühl sagt mir, dass keiner wegen dem Coronavirus das Haus verlassen wird, sie sollen es ja bald erfahren. Mit dieser Info hätte ich zu 99% aufgehört, das wäre es mir nicht wert.“

Was für ein Resümee ziehst du nach deinen Erfahrungen mit Big Brother?

„Ich habe sehr viel über mich selbst gelernt.“ – sei es durch Diskussionen oder auch den Alltag im Big Brother Haus. „Außerdem habe ich damit auch einen Freund gewonnen, den Denny. Wir sehen uns nach dem Ganzen sicher wieder.“ Zu seinem Ausstieg fügt er noch hinzu: „Es war auch keine Niederlage für mich, als ich das Haus verlassen habe. Die Erfahrung war eindeutig ein Gewinn.“

„Ich war nur ziemlich schockiert, als ich gemerkt habe, wie viel hinter dem Rücken geredet wird. Das merkst du ja zum Teil erst, wenn du draußen bist.“ Mac hat sich bisher erst eine Folge angesehen, aber möchte sich chronologisch alle weiteren auch noch zu Gemüte führen. „Dabei möchte ich mich dann aber selbst filmen und die Reaktionen auf YouTube stellen.“ – sind wir mal gespannt, wie er auf die Aktionen und die Aussagen der anderen reagiert.

„Jetzt finde ich es schön, mich wieder meinen Veggie Burger Test widmen zu können.“ Mac ist selbst Vegetarier und hat schon knapp 250 Burger getestet. „Jetzt kann ich wieder raus und meiner Leidenschaft nachgehen; mit einem meiner Burger Babes zusammen. Ein leckeres Girl, ein leckerer Burger.“ ein Traum vieler Männer.

Durch seine Teilnahme bei Big Brother wurde er natürlich durchleuchtet und es kam noch etwas ans Tageslicht. „Zeitungen haben plötzlich über meine vergangene Pornokarriere berichtet.“, Mac trifft in "Pimmel Bingo 10" gleich auf mehrere, unbekleidete Damen. „Und auch über meinen Gefängnisaufenthalt.“ Auf alle Fälle ein ausgefallener Kandidat, um den Big Brother sicher trauert. 

Danke jedenfalls für deine Zeit. Jetzt noch dein Tipp – wer glaubst du gewinnt?

„Meine Favoriten sind Pat, Denny und Cedric. Die letzten zwei sind auch meine Bros.“

Auf seinem Instagram Channel gibt es übrigens immer gute Tipps für Veggie Burger und richtig lustige Videos mit sehr viel Selbstironie. Schaut vorbei!

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