Mit Solidarität gegen das Coronavirus, nicht mit Fake News (c) Titelbild Credits: DimaBerlin / Shutterstock

Mit Solidarität gegen das Coronavirus, nicht mit Fake News

Ganz egal, ob es nun um Gesundheitsvorkehrungen jede*r*s Einzelnen geht oder um Kulturveranstaltungen, die abgesagt werden müssen; seien es Maßnahmen, die seitens der Regierung getroffen werden, die viele von uns auch finanziell treffen, Betrifft es nun die Ruhe, die wir gemeinsam bewahren müssen, oder nicht zuletzt die seriöse Aufklärung, die wir untereinander vornehmen sollten. Als Kollektiv werden Städte und Staaten nur sehr selten wirklich geprüft – Corona und die Verhinderung seiner Ausbreitung ist aber so ein Fall. Leider verbreiten sich im gleichen Zug auch massig Falschnachrichten.

Apoklyptische Vorahnungen und Worst - Case - Szenarien, die im Internet kursieren, bringen Menschen dazu, zum Teil durchzudrehen und vollkommen egoistisch und irrational zu handeln - wie beispielsweise in Berlin, wo Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel von einer Kinderklinik (!) gestohlen wurden. Nach der Pressekonferenz der österreichischen Regierung am gestrigen Tag hat sich viel geändert und dadurch gerät die Gesellschaft nochmals mehr in Bedrängnis und wird nun in ihrer Solidarität auf Herz und Nieren geprüft

Es betrifft jede*n von uns. Der Alltag, wie wir ihn kennen und leben, wird von neuen Regelungen und Einschränkungen beherrscht. Panik? Ist längst noch nicht angebracht. Doch sind die Vorkehrungsmaßnahmen zur Eindämmung einer möglichen und raschen Verbreiterung des Virus sinnvoll, sieht man, wie schnell es in anderen Ländern ging. Nicht aber, weil jeder Mensch daran stirbt, sobald er erkrankt, sondern weil es Risikogruppen gibt, die es solidarisch zu schützen gilt.

Der private Umgang

Soziale Kontakte sollten vermieden werden – das heißt nicht, dass ihr euch jetzt einsperren sollt. Das heißt auch nicht, dass ihr niemanden mehr besuchen sollt. Doch vielleicht gibt es Menschen, die sich zwar auf euren Besuch freuen, aber von denen ihr momentan eher Abstand nehmen solltet – nämlich von den sogenannten Risikogruppen.

Am meisten gefährdet sind ältere Menschen und auch jene mit Vorerkrankungen - wie beispielsweise Diabetes, Herz- und Lungenerkrankungen und Bluthochdruck. Solidarität ist hier deshalb wichtig, weil ihr auch ohne Symptome Träger des Virus sein könnt - ohne dies zu merken - und euch deshalb etwas einschränken solltet. Daher vermeidet vielleicht nicht nur Umarmungen, sondern versucht vor allem auch, diesen Risikogruppen möglichst aus dem Weg zu gehen und sie nur zu besuchen, um ihnen bei wichtigen Einkäufen zu helfen, damit diese nicht selbst unter Menschen gehen müssen.

Wie schon oft erwähnt, wascht euch regelmäßig die Hände und greift euch nicht auf Schleimhäute oder in die Augen und niest und hustet in ein Tuch oder euren Ellbogen. Desinfiziert bzw. säubert auch hin uns wieder euer Handy!

Der öffentliche Umgang

Großveranstaltungen wurden abgesagt – alles über 100 Menschen im indoor und 500 im outdoor Bereich wird bei Zuwiderhandlung polizeilich geschlossen. Hier gibt es zwei ganz wichtige Punkte, wobei bei einem Menschen massiv finanziell bedroht sind. Einerseits gilt es zwar, größere Ansammlungen zu vermeiden, um eine Ausbreitung zu verhindern. Andererseits steht der Kultursektor in vielen Bereichen vor einem finanziellen Desaster.

Die Ausnahmesituation wirft viele vor schwierige Aufgaben, die nicht alleine gelöst werden können.

Da kommen einige Fragen auf. Seien es nun Veranstalter, Booker, Clubs, Künstler, Partyfotografen und weitere Kultureinrichtungen und deren Bedienstete – sie alle müssen massive finanzielle Einbußen in Kauf nehmen. Auch Dienstleister*innen werden unter dem Rückgang von Kundschaft zu leiden haben. Doch wer kompensiert das? Hier liefern die zuständigen Behörden noch keine klaren Antworten. Deshalb formieren sich zum Teil auch schon im Hintergrund Clubs und Veranstalterauch jene, die bisher eher strikt getrennt ihrer Arbeit nachgingen – und suchen gemeinsam nach Lösungen. Hier halten wir euch natürlich auch am Laufenden.

Auch berufstätige Eltern stehen vor großen Herausforderungen. Nachdem Schulen und Kindergärte bereits zum Teil geschlossen sind, kommt es zu einer Doppelbelastung. Heimarbeit ist hier oft die einzige Lösung. Kinderlose sollten daher auch für jene Verständnis aufbringen, die dieser Doppelbelastung ausgesetzt sind. Zum Teil verlieren auch Menschen ihre Tätigkeit oder werden in Kurzarbeit geschickt, weil die Kundschaft in diversen Sektoren zurückgegangen ist - speziell an Flughäfen.

Was nicht angebracht ist

Panik zu machen ist leichter, als zu informieren – so nützen unseriöse Medien auch jede Möglichkeit, Falschinformationen zu verbreiten und somit an massig Klickzahlen zu kommen. Außerdem werden zum Teil auch „Heilmittel“ angeboten, die genau mit dieser Panikmache Käufer finden. Glaubt ihr nicht, das hat System?

Derzeit kursieren im Internet diverse Videos, Sprachaufzeichnungen und Berichte, die zu Hamsterkäufen animieren sollen und von Schließungen der Lebensmittelgeschäfte sprechen, Fake News zu Corona verbreiten oder sich versuchen, mittels Panikmache in den Vordergrund zu drängen. Bitte glaubt diesen Blödsinn nicht. Und noch wichtiger: Schickt es nicht weiter, unterbrecht die Kettenbriefe oder ähnliches. Ein Staat bricht NICHT Versorgungsketten ab, ohne die Bevölkerung davor zu informieren. Aus einem ganz einfachen Grund – einen Aufstand möchte niemand riskieren und den gäbe es mit Sicherheit, wenn die Leute nichts zum Essen haben.

Es macht schon Sinn, größere Einkäufe zu machen, um soziale Kontakte zu reduzieren, doch Hamsterkäufe und Panikmache sind vollkommen unangebracht! Die Regierungen kündigen Dinge schon rechtzeitig an.

Was angebracht ist

Hygiene – das absolut Wichtigste in dieser Zeit, für euch und eure Mitmenschen. Wie oben schon erwähnt, solltet ihr regelmäßig Hände waschen und nicht auf Schleimhäute und in die Augen greifen. Einen Mundschutz zu tragen macht jedoch nur dann Sinn, wenn ihr erkrankt seid. 

Bitte bei Auftreten von Symptomen des Coronavirus nicht zum Arzt oder ins Krankenhaus (!) – das würde nur wirklich Sinn machen, wenn ihr zur Risikogruppe zählt. Derzeit ist natürlich auf Basis von Überlastung etwas Geduld gefordert, doch gefährdet ihr mit der Panik und dem Gang zum Arzt eure womöglich geschwächten Mitmenschen.

COVID - 19 hat folgende Symptome: Das Coronavirus ruft Husten, Fieber oder Kurzatmigkeit auf, was einer Grippe sehr ähnlich ist. Sollte eines der Symptome auftreten, 1450 anrufen!

Es ist Solidarität gefragt, nicht Egoismus. Es reicht Seife, es muss nicht Desinfektionsmittel sein. Es genügen größere Einkäufe, ihr müsst nicht die ganze Palette Klopapier wegkaufen. Bei Symptomen müsst ihr nicht bereits überforderte Krankenhäuser malträtieren, sondern es gilt, geduldig mit Hilfe der Hotline 1450 auf Abklärung zu warten.

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