DAÖ - Dachverband der Abspalter in Österreich? Ne, aber so ähnlich! (c)

DAÖ - Dachverband der Abspalter in Österreich? Ne, aber so ähnlich!

Was für ein Jahr. Ein Skandal sprengt die amtierende Regierung, Kanzler-Kurz wird abgesägt und die FPÖ rutscht dank H.C. Strache und Johann Gudenus in ein Allzeittief. In der neuen Regierung wird die FPÖ keinen Platz mehr finden, soviel scheint klar zu sein. Ebensowenig wird Strache nach seinem Skandalmarathon wieder eine Position seiner ehemaligen Partei füllen. Welchen Schluss ziehen wir daraus? Wir brauchen eine neue Partei! Denn es heißt ja: “Jetzt erst recht!”

Das dachte sich jedoch nicht H.C., sondern drei seiner Parteikollegen im Wiener Gemeinderat. Halsüberkopf überrascht der Landtagsabgeordnete Baron die Öffentlichkeit mit seiner neu gegründeten Partei DAÖ - Dümms…. äh, “Die Allianz für Österreich”. Über diesen Namen könnte man nun ein paar Überlegungen anstellen.

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Wie gerade angedeutet, könnte man das Wort “Dumm” hineininterpretieren. Wer denkt, das wäre bloß präpotenter Schmarrn, der liegt falsch. Denn in der IT-Branche bzw. im Projektmanagement findet der Begriff DAU - “Dümmster Anzunehmender User” oftmals Verwendung. Zum Glück ist der Begriff nicht allzu häufig sonst würden wir ÖsterreicherInnen uns bei der Ähnlichkeit ja für dumm verkauft vorkommen.

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Warum also nicht AFÖ? Klingt wahrscheinlich zu sehr nach dem Deutschen FPÖ-Pendant AFD. Lange scheinen die drei Herrschaften jedenfalls nicht darüber nachgedacht zu haben, denn die Domain daoe.at war definitiv nicht in parteinahem Besitz, wenn doch auf jener Seite zu Casino- & Pokerspielen verlinkt wurde. Lediglich daö.at konnte man sich sichern. Bis Donnerstag konnte man allerdings daoe.at von einem Internetdienstanbieter aus Salzburg ersteigern.

Was passiert also nun mit Ex-FPÖ Chef Strache. Wer an 2005 zurückdenkt, könnte sich an die Abspaltung des BZÖ erinnern, die mit dem damaligen Parteichef Jörg Haider vollzogen wurde. Der neue DAÖ Obmann sprach jedenfalls schon davon, sich Strache als Spitzenkandidaten für die kommenden Wienwahl zu wünschen. Warum denn nicht, anscheinend haben Ibiza, von der Partei finanzierte Mobilegames und gewaltige Spesen noch nicht alle Wähler abgeschreckt. Noch dazu ist Strache sogar vom FPÖ-Parteigericht offiziell ausgeschlossen worden, also scheinen doch alle Wege frei.

Ob das eine gute Idee ist, sollten sich Baron und Co. nochmal genau überlegen, da sich hinter der öffentlichen Person anscheinend auch ein Spion in der eigenen Partei versteckt. Jedoch ein nicht besonders guter, denn wer Detektive anheuert, um in der eigenen Partei zu spionieren, der sollte die Rechnung wohl nicht unbedingt in ebendieser Partei zur Bezahlung vorlegen.

Wie die ganze Geschichte weitergehen wird, werden wir sehen. Die Spionageanschuldigungen sind noch relativ frisch und Straches politisches Comeback wird wohl nicht vor Jahreswechsel stattfinden. Bis dahin bleiben uns nur der Genuss der brodelnden Memefabrik sowie natürlich besinnliche, hoffentlich skandalöse, Feiertage.

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