Instagram Reels gelauncht: Tod für TikTok oder absoluter Flop? (c) Titelbild Credits: Instagram / Facebook Inc.

Instagram Reels gelauncht: Tod für TikTok oder absoluter Flop?

Nach erfolgreichen Tests in Deutschland, Frankreich, Brasilien und Indien ist sie nun "endlich" auch bei uns angekommen – das TikTok von Instagram alias Reels. Doch versucht hier Facebook nur mit einem billigen Abklatsch des Senkrechtstarters aus China die UserInnen für sich zurückzugewinnen oder ist die neue Funktion sogar wirklich brauchbar?

Mittlerweile hat sich TikTok in den App-Charts auf Platz 1 katapultiert, ganz zum Verdruss von Facebook. Immerhin waren sie in Sachen soziale Medien stets der Marktführer, mit dem Zukauf von WhatsApp und Instagram haben sie weiter nachgelegt und dennoch wurden sie vom chinesischen Konkurrenten verdrängt.

Während der Debatte, ob TikTok in mehreren Ländern verboten werden sollte, hat Facebook kurzerhand eine – man kann es mal so platt ausdrücken – Kopie vom Konkurrenten innerhalb von Instagram getestet und seit kurzem ist es offiziell: Reels is real!

Welche Funktionen bietet Instagram Reels?

Derzeit sieht alles nach einem abgespeckten TikTok in Kombination mit Instagram Stories aus – der Funktionsumfang ist noch mehr als überschaubar. Wie bereits mit IGTV wird im Profil ein weiterer Reiter angezeigt, in dem die Reels-Aufnahmen zu finden sind. Außerdem gibt es auf der Entdecken-Seite ebenso einen Platz für die öffentlichen Reels-Videos von anderen Nutzern, wo man mit zufällig ausgewählten Videos bespielt wird. 

Die Länge der Videos beschränkt sich aktuell auf 15 Sekunden, was also der Story-Funktion von Instagram gleicht. Statt aber nach 24 Stunden wieder zu verschwinden, bleiben diese Aufnahmen im Profil dauerhaft sichtbar, sofern es nicht nur in den Stories geteilt wird. Zudem besteht die Möglichkeit, das Video für die gesamte Community in „Explore“ zu teilen - was für kleine Accounts gegenüber den aktuellen InfluencerInnen wiederum gut und positiv anzumerken ist, wobei auch hier der Algorithmus wieder maßgeblich ist. 

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Screenshots: Instagram / Reels

Was neu ist, ist die Möglichkeit, eigene Sounds viral gehen zu lassen, indem man statt der Musik einfach die eigene Tonaufnahme beibehält - vor allem sehr interessant für MusikerInnen. Diese wird dem Account zugeschrieben und kann, wie schon bei TikTok, von anderen UserInnen für eigene Videos genutzt werden.

Aktueller Funktionsumfang von Reels

Mit einem momentan noch sehr schmalen Angebot steigt Instagram als TikTok-Konkurrent eher schwach ein und lässt auf mehr hoffen. Zur Videoerstellung stehen den UserInnen einerseits eine Musikbibliothek – wie bereits in den Stories -, diverse Filter, eine Auswahl zur Abspielgeschwindigkeit, ein Timer zur Begrenzung der Aufnahme, wie auch eine Möglichkeit zu Ausrichtung des Videos zur Verfügung. 

Das alles ist nicht gerade bahnbrechend und liegt weit hinter den Funktionen von TikTok. Da hätten wir uns von Facebook Inc. ob der Größe des Unternehmens wohl einiges mehr erwartet.

Braucht Instagram überhaupt Reels?

Auf lange Sicht war dies mit Sicherheit ein wichtiger Schritt, wenn man dem chinesischen Konkurrenten irgendwann wieder einmal den 1. Rang ablaufen möchte. In seiner aktuellen Version gleicht es eher einem IGTV für Kurvideos und wirkt noch sehr unausgereift. Als nette Nebenfunktion für lustige Videos kann es das eigene Profil etwas aufwerten, doch sieht man sich die bisherigen Reels-Videos an, wurde kaum eines wirklich mit der Funktion selbst aufgenommen.

Immerhin bietet Instagram zudem viele weitere Funktionen, die Reels aktuell noch etwas untergehen lassen. Ein Zeitfresser, der neben den Stories und dem mittlerweile für viele UserInnen schon vollkommen uninteressanten Feed, die App in seinem derzeitigen Aufbau nur noch unübersichtlicher macht. 

Bleibt also abzuwarten, ob sich da auf lange Sicht eine Besserung abzeichnet, im Moment aber kann man sagen, dass es nicht mehr als eine Story-Funktion für den Feed ist und sich eigentlich nicht groß von Highlights oder kurzen IGTVs unterscheidet.

Titelbild Credits: Instagram / Facebook Inc.

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