Wardalicious: Restaurant ON und zwei Mal Chinabar – zwischen Fusion, Charme und Klassikern (c)

Wardalicious: Restaurant ON und zwei Mal Chinabar – zwischen Fusion, Charme und Klassikern

Wardalicious - so heißt die Reihe, die uns jede Woche zu einer neuen Location führt. Wir testen für euch im Duo oder Trio Restaurants, Bars und Clubs auf Herz und Nieren. Wir finden heraus, was die Spots taugen, und geben euch einen Einblick in die Besonderheiten.

Mit einem Rating, das wir anhand des Preis-Leistungs-Verhältnisses festmachen, wisst ihr sofort, was gut ist und was nicht. Diese Woche prüfen wir, ob die Chinabars im Siebten und im Fünften und das Restaurant ON ebenso im Fünften WARDAPPROVED sind:

Ausnahmsweise unternehmen wir einmal einen kulinarischen Marathon quer durch Wien. Nachdem alle Lokale einem Besitzer gehören, vereinen wir sie auch in einem Beitrag, ohne euch die Besonderheiten jedes einzelnen Restaurants vorzuenthalten.

Aus zwei asiatischen Restaurants wurden letztlich richtige Asia-Wochen, nachdem unsere Community nicht mit Vorschlägen geizt und dabei das ON öfters genannt wurde. Da wir uns aber auch das Konzept der auffälligen Chinabar in der Burggasse nicht entgehen lassen wollten, haben wir eigenmächtig gleich drei Restaurants daraus gemacht.

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Chinabar in der Burggasse

Restaurant ON und die Chinabars - Location, Atmosphäre und Service

Drei Locations, drei voneinander leicht abweichende Konzepte, ein Urteil. In der Burggasse wird die Chinabar auf jeden Fall der Gegend gerecht – leicht hip angehaucht, ein richtig großer Gastgarten und mit lockerem und entspanntem Flair. Gerade in den Abendstunden ist es hier nicht leicht, ein Plätzchen zu ergattern, weil es durch seinen Hauch Wiener Kaffeehaus auch zum gemütlichen Zusammensitzen einlädt – seitens des Besitzers wahrscheinlich auch so gewollt.

An der Wien, so der Beisatz zur Chinabar im Fünften, wird es im Stil weitaus asiatischer. Durch einen größeren Innenbereich steht einem Besuch auch an kalten Tagen nichts im Wege. Mit sehr viel Platz im Außenbereich, direkt an der Station Kettenbrückengasse gelegen, verführt es vor allem an warmen Tagen schnell auch im Vorbeigehen zum Mittagessen.

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Innenbereich der Chinabar an der Wien

Das Urgestein und zugleich auch das auffälligste der drei Lokale ist das Restaurant ON in der Wehrgasse, einer der grünsten Straßen der Innenstadt. Nicht grün, weil die Stadtgärtnerei sich dort austobt, sondern der Besitzer vom ON einen Trend losgetreten hat, mit dem auch die Anrainer gerne mitziehen – viele Pflanzen im vorderen Außenbereich und dies zieht sich auch die weiteren Häuserreihen der Straße entlang. Durch die Einbahnstraße ist dieser Schanigarten trotz straßennähe wahnsinnig ruhig.

Mit dem Innenhof gibt es einen zweiten und noch ruhigeren Freiluftbereich, der wahrlich entzückt. Sanftes Licht und romantisch angehauchte Stimmung paaren sich mit dem Gefühl, gerade nicht in Wien zu sein – richtig angenehm werden wir hier aus dem urbanen Treiben gerissen.

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Restaurant ON in der Wehrgasse

Der Service geizt in allen drei Lokalen nicht. Sehr aufmerksam, zuvorkommend und keineswegs aufdringlich, so wissen die Angestellten aller drei Restaurants den Service angenehm zu gestalten.

Rating

Unser persönlicher Favorit – das Restaurant ON – hat die volle Punktzahl verdient. Punkteabzug gibt es in der Burggasse aufgrund des kleinen Innenbereichs und des Verkehrs der Burggasse. Bei der Kettenbrückengasse gibt es wenig zu beanstanden, vor allem weil der Verkehr der Wienzeile kaum auffällt. Gesamt vergeben wir hier 9/10 Punkten, was vor allem durch die Diversität und den Charme der einzelnen Lokale vollkommen gerechtfertigt wird.

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Restaurant ON und die Chinabars - Food and Drinks

Beginnen wir wieder in der Burggasse, wo zwanglose Fusion aus asiatischen und österreichischen Zutaten zu neuartigen und dennoch nicht unnötig experimentellen Kreationen verarbeitet werden. Unsere kulinarische Reise führt uns hier durch eine Tunfisch-Tartar mit Kürbiskernöl, was herrlich harmoniert, hausgemachte Germteigtaschen, die wie Riesengyoza aussehen, und gemischte Gyoza, wovon eines mit Schafkäse gefüllt ist – ein absolutes Must Taste!

Über Umwege mit einem Oktopus-Salat, leicht scharf und mit Koriander, und Tofusardellen in Olivenöl führt uns die Küche zur absoluten Krönung des Nachmittags. Mit gegrillten Eierschwammerl und einem Spiegelei hat uns die Chinabar endgültig verzaubert – rauchig und intensiv, mit asiatischem Gemüse garniert und wieder eine ungewohnte Komposition, die vollends mit leichter süße und angenehmer Würze überzeugt. Zum Abschluss gibt es selbstgemachtes Eis – vor allem das scharfe Mango-Curry-Eis war ein gustatorisches Erlebnis.

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In der Chinabar an der Wien wird eher nach der Szechuan-Regionalküche in leicht angepasster Form gekocht – weniger Fett, modern interpretiert. Nachdem hier auch ähnliche Gerichte auf der Speisekarte stehen, entscheiden wir uns für die Besonderheiten dieses Lokals. Im Gegensatz zur Chinabar in der Burggasse gibt es hier auch Sushi – was wir natürlich sofort probieren und das uns auch sehr gut schmeckt. 

Mit einem Glasnudelsalat – wieder in Fusionmanier – und Seetang, der mit Gewürzen und Öl im Eigengeschmack intensiviert wird und eine leichte Schärfe mitbringt, bauen wir die Brücke zum Highlight dieser Station, gefüllte Ravioli mit Chili Gewürzöl und fermentierten schwarzen Bohnen. Wie bereits in der Burggasse haut uns auch hier das letzte Gericht nochmal richtig vom Hocker – eine vollkommen neue Erfahrung für die Geschmacksnerven.

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Im optisch auffälligsten Lokal, dem Restaurant ON, verbringen wir den Abend am gleichen Tag und haben auch schon wieder einiges an Hunger dabei. Die Vorspeise ist wieder gewohnt ausgefallen und dennoch on Point – Reispapierrollen gefüllt mit Lachs und Avocado. Klingt erstmal nach nichts sonderlich Aufregendem, doch die Saucen darauf, vor allem die Mango-Sauce, verleihen dem Gericht eine einzigartige Note.

Dann beginnt der Marathon durch eine Vielzahl an Speisen wie Rinderwangensalat mit Koriander, selbst gemachten kalten Tofu in Natur mit hausgemachten Chili-Öl und geräuchert mit Parmesan – wovon uns vor allem der Naturtofu richtig geschmeckt hat, weil er in Konsistenz und Geschmack perfekt ist – und zum Abschluss noch die Hühnerleber mit Frühlingszwiebel. Wieder ein Zusammenspiel zweier Regionalküchen, was für uns vollkommen neu und dennoch geschmacklich sofort überzeugend ist. Das Schokomousse und die flambierten Bananen am Ende hätten wir uns sparen sollen – die Nachspeisen waren gut und üppig, aber das Völlegefühl am Ende ebenso an seinen Grenzen angelangt. 

In allen Lokalen bekommt man echten Wiener Kaffee, der richtig reinpfeffert, was für uns auch noch erwähnenswert ist. Denn bei den kulinarischen Ausflügen in mehrere Nationen zugleich essen wir gerne weit über unseren Hunger und da kommt so ein starker Espresso nur allzu gelegen.

Rating

Sowas gibt es kein zweites Mal in Wien. Diese ungezwungene Fusion aus asiatischer und österreichischer Küche war für uns etwas vollkommen Neues, das aber durch seine dezente Umsetzung und seine feinen Nuancen nicht nur für Experimentierfreudige ein kulinarisches Erlebnis darstellt. Einmal hingehen reicht nicht, denn auch mit seinen saisonalen Besonderheiten gibt es hier immer wieder etwas zu entdecken.

Auch hier kommen wir um die 9/10 Punkte nicht umher. Preislich für jeden leistbar, sind auch bei manchen Gerichten die paar Euros mehr durchaus gerechtfertigt. Erlebnisgastronomie mit einer gewissen Einfachheit und Selbstverständlichkeit, dass wir zwischendurch vergessen haben, welch einzigartige Kreationen wir hier eigentlich essen.

Dating Rating

Hier empfehlen wir absolut das Restaurant ON, das mit seinem Flair der perfekte Ort für ein erstes aber auch ein späteres Date ist. Auch die anderen zwei Lokale können durchaus punkten, doch in Sachen Romantik hängen die ihrem großen Bruder um einiges nach.

Hier vergeben wir im Schnitt 7/10 Punkten – wobei die Wehrgasse alleine die vollen 10 bekäme.

Fazit

Alle drei Lokale rangieren in der Liste der asiatischen Restaurants weit oben. Durch die ausgefallenen Kreationen bekommen sie sogar eine gewissen Alleinstellung und absoluten Wiedererkennungswert. Probiert haben sollte es sowieso jeder, weil neben den experimentellen Speisen auch die Klassiker auf den Speisekarten zu finden sind.

Im Gesamtrating bekommt das Lokal von uns 9/10 Punkten. Hier passt beinahe alles, von der Atmosphäre bis zu den Speisen, über den Service bis hin zu den Locations. Wer nicht einfach nur asiatisch Essen, sondern einmal etwas wagen möchte, der ist hier absolut richtig. Unsererseits ist das Lokal voll und ganz WARDAPPROVED.

Wer sich selbst vom Angebot überzeugen will, kann hier einen Blick in die Karten der Chinabar, der Chinabar an der Wien und des Restaurants ON werfen.

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