Bella Thorne scamt OnlyFans-User: mit schweren Folgen für SexarbeiterInnen (c) Titelbild Credits: Shutterstock

Bella Thorne scamt OnlyFans-User: mit schweren Folgen für SexarbeiterInnen

Sie ist nicht der erste Star, der für freizügigere Inhalte auf OnlyFans ausweicht, doch das ehemaligen Disney-Sternchen Bella Thorne generierte für die Content-Plattform OnlyFans noch rasanter neue Aufmerksamkeit – leider auch negative. 

Mit einem Scam verärgerte die Schauspielerin nicht nur zahlende User, sondern gefährdete damit auch die Branche der SexarbeiterInnen.

Mit dem vermeintlichen Versprechen von drei Nacktbildern – was seitens Bella Thorne abgestritten wird – lockte die Schauspielerin und Sängerin zahlreiche User zu einer Zahlung von 200$, neben den bereits erfolgten Abbonements – 20 $ für einen Monat, 102 $ für ein Jahr.

Dies führte nicht nur zu einem Ansturm auf ihren Account, sondern nach kurzer Zeit auch zu sehr vielen verärgerten UserInnen und massig Kritik.

Was ist OnlyFans?

Die Plattform dient der Wiedergabe kostenpflichtiger Inhalte. Vereinfacht gesagt: InfluencerInnen wie auch ErotikdarstellerInnen haben mit OnlyFans ein Webdienst wie Instagram, nur versauter, und bekommen Geld dafür.

Mit Abonnements und Einzelzahlungen können so Inhalte von diversen Accounts freigeschaltet werden. Gerade während der Corona-Krise war dies vor allem für den Bereich der Sexarbeit eine entlastende Ausweichmöglichkeit, um nicht vollkommen im Bankrott unterzugehen.

Der Fall Bella Thorne - was ist so schlimm daran?

Stars und Sternchen haben bereits ein breites Spektrum an Aufmerksamkeit, die sie selbstverständlich auch auf OnlyFans ausweiten dürfen. Der Zugang sollte niemandem verwehrt bleiben und gewisse Inhalten anderer UserInnen bleiben immerhin noch sehr speziell, wodurch diese nicht zwingend durch reichweitenstärkere Accounts gefährdet werden. 

Im Fall von Bella Thorne ging der Schuss aber massiv nach hinten los - nämlich genau in Richtung der "speziellen Inhalte". Die vermeintlich versprochenen und für 200 $ angebotenen Nacktfotos waren lediglich Fotos mit leichterer Bekleidung – was sich nicht wirklich von den Inhalten auf ihrem Instagram-Account unterscheidet. Und dieser ist immerhin gratis. Das Problem liegt nicht bei den Bildern an sich, sondern in der Kettenreaktion, die von den Folgen des Postings ausgelöst wurde.

Nachdem viele der zahlenden NutzerInnen ihr Geld bei OnlyFans zurückforderten, haben die App-Betreiber kurzerhand die AGB der App geändert. Das liegt vor allem daran, dass die Gesamtsumme an Rückforderungen zu hoch war - immerhin überstiegen Bellas Einnahmen die Millionengrenze. Dies wiederum führte dazu, dass sich die Betreiber zu einer Beschränkung in Sachen Einzelzahlungen gezwungen sahen. 

Ab sofort sollen Leistungen für Einzelbilder auf 50 $ beschränkt werden und nicht wie im Falle Bella Thorne 200 $ betragen dürfen. Zudem können Content Creator nicht mehr wöchentlich ihr Geld auszahlen lassen, sondern müssen bis zur eingeführten Monatsabrechnung warten.

Genau diese Punkte haben schwerwiegende Folgen für SexarbeiterInnen und führen zu großer Kritikder von Bella Thorne mit einer eher fragwürdigen Entschuldigung auf Twitter entgegnet wird. Weniger die Millionen, die der Schauspielerin gutgeschrieben wurden, sind hierbei das Problem, sondern vielmehr die neuen Beschränkungen.

Als Beispiel – eine Sexarbeiterin stellt ein Video zur Verfügung, wie sie ihrem Mitdarsteller oder Freund einen Blowjob gibt, so darf sie also zukünftig für die Einzelleistung nur 50 $ verlangen. Abzüglich von Steuern und der 20%, die sich OnlyFans behält, bleibt also nicht mehr allzu viel für die Content Creator. Verstanden?

Der Schaden ist angerichtet

Mit der eher fadenscheinigen Entschuldigung, sie möchte der Stigmatisierung von SexarbeiterInnen entgegenwirken, macht sie es nicht unbedingt besser. Denn einerseits kann das auf weitaus bessere Weise umgesetzt werden, als damit, sich 2 Millionen Dollar mit einer "Entstigmatisierung" in die eigenen Taschen zu spülen, und andererseits hat sie damit Schaden angerichtet – gut gemeint ist nicht gut gemacht.

Bleibt wohl zu hoffen, dass sie das verwirklicht, was sie in einem weiteren Tweet angesprochen hat. Nämlich OnlyFans zu kontaktieren, um die neuen Beschränkungen wieder abschaffen zu lassen. Jedoch hat sie mit ihrer Aktion bereits für einigen Aufruhr gesorgt. Vielleicht schafft sie den ja wieder zu beruhigen. 

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