Negative Role Models – wenn mächtige Männer ein falsches Frauenbild vermitteln (c) Titelbild Credits: Shutterstock

Negative Role Models – wenn mächtige Männer ein falsches Frauenbild vermitteln

Die Debatte über Sexismus war noch nie so allgegenwärtig wie heute. Mittlerweile gibt es kaum ein Land, in dem sich Frauen zu 100% sicher fühlen können – sicher vor dem anderen Geschlecht. Dass Gleichberechtigung und Respekt vor Frauen noch immer keinen Platz in den Köpfen so vieler Männer eingenommen haben, liegt nicht zuletzt an populären Männern, denen es nicht schwer fällt, ihre Meinung vor Millionen kund zu machen und damit nachhaltig Schaden in der Gesellschaft anrichten.

Politiker

„Natürlich müssen Frauen weniger verdienen als Männer, weil sie schwächer, kleiner und weniger intelligent sind." Diesen Geistesblitz hatte Janusz Korwin-Mikke, polnischer EU-Abgeordneter. Er beginnt den Satz sogar mit einem „Natürlich“, als wäre seine Aussage frei von jedem Zweifel. 

Dass solche Meinungen in der Politik vertreten werden, ist schon schlimm genug. Davon abgesehen, dass dieses Mindset gegen jegliche EU-Werte spricht. Doch auch Herrschaften, die höheren Positionen bekleiden, tragen ähnlich negative Messages nach außen. Rodrigo Duterte, Präsident der Philippinen sagt „Solange es viele schöne Frauen gibt, gibt es auch viele Vergewaltigungsfälle“. Damit spricht das Staatsoberhaupt den Männern jegliche Schuld an Vergewaltigungen ab, und wer hat schon recht, wenn nicht der Präsident?

Mpendulo Zwelonke Sigcawu, König Südafrikas, erwähnt bei einer Diskussion über seine Nachfolge, eine Frau käme nicht in Frage, da das weibliche Geschlecht von Natur aus zu sensibel sei. Apropos sensibel, Mr. President Trump ist sich seiner Wirkung auf Frauen bewusst. Er weiß: „Greif ihnen zwischen die Beine und dann kannst du alles machen“. In den USA werden jährlich ca. 700.000 Frauen vergewaltigt oder sexuell misshandelt, Tendenz steigend – nicht zuletzt durch die aktuelle Führung des Landes.

Schauspieler & Musiker

„Ich liebe das Fantasy Genre, weil du schöne Frauen vergewaltigen kannst und damit davonkommst“Jason Momoa. Der Schauspieler, bekannt aus Game of Thrones oder etwa als Aquaman aus dem DC Comicuniversum, setzt mit diesem Statement einen überaus gefährlichen Gedankengang in die Wege. Er impliziert dadurch, dass das schlimme an einer Vergewaltigung die juristische Konsequenz für den Vergewaltiger ist. 

Negativer könnte ein Role Model nicht sein. Der Mann hat 15 Millionen Follower auf Instagram, die sich mit diesen Aussagen auseinandersetzen müssen. Wer auch nur auf der Leinwand ein Gentleman zu sein scheint, ist Ex- Bond Darsteller Sean Connery. „Ich glaube nicht, dass es besonders schlimm ist, eine Frau zu schlagen“. Hier muss man nicht nur gegen Sexismus argumentieren, lieber Sean, es ist schlimm, egal wen zu schlagen. 

In der Musikbranche läuft der Hase nicht wirklich anders, Rapper T.I. hatte den Drang sich zur Kandidatur von Hillary Clinton zu äußern: „Ich will nicht sexistisch sein, aber ich kann nicht dafür stimmen, dass ein Leader der freien Welt eine Frau ist.“ Endlich mal ein Rapper, der nicht sexistisch sein will – geschafft hat er es leider nicht.

Es ist das eine, gegen eine bestimmte Frau als Präsidentin zu stimmen, kompletter Schwachsinn aber gegen ein Geschlecht zu stimmen. Hier zählt nicht nur der Wille – sei einfach nicht sexistisch.

Philosophen & Denker

Gerade der Teil unserer Gesellschaft, der die tiefsten Einsichten und realistischsten Ansätze haben müsste, versagt oft kläglich. Sogar der Mann, der für die Aufklärung verantwortlich war, verlief sich mit einigen Zeilen – Immanuel Kant schrieb „Der Mann hat Geschmack für sich, die Frau macht sich selbst zum Gegenstande des Geschmacks für jedermann“. Der Ursprung, das weibliche Geschlecht als Gegenstand zu betrachten, liegt weit zurück, der Gedanke Frauen präsentieren und kreieren dieses - überaus falsche - Bild bewusst und selbst trifft leider noch den heutigen Zeitgeist. 

Etwas weiter in der Zeit, aber noch Jahrtausende im Verzug: Charles Bukowski. Der gefeierte US-Schriftsteller hatte ein klares Statement zu Feminismus: er existiere nur, um hässliche Frauen in die Gesellschaft zu integrieren. Wer sich ernsthaft von derart widerlichen Aussagen beeindrucken oder gar beeinflussen lässt, ist genauso fraglich, wie die Meinung unsere Erde wäre flach. Nichtsdestotrotz, hat der Dichter bis heute Millionen Fans und Anhänger, die nicht nur seine Werke, sondern auch seine Meinungen und Ansichten feiern und nachahmen – Halleluja.

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