Schweinegrippe 2.0 oder reine Panikmache? (c)

Schweinegrippe 2.0 oder reine Panikmache?

In China wurde von Wissenschaftlern ein neues aggressives Virus bei Schweinen entdeckt. Forscher fürchten aufgrund der leichten Übertragbarkeit eine weitere globale Pandemie. 

"G4", so der Name des Virus, soll laut chinesischen Wissenschaftlern geeignet sein, um Menschen zu infizieren. Des Weiteren stellte PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America) fest, dass G4 vom H1N1-Virus abstammt, welcher 2009 und 2010 für die Schweineinfluenza verantwortlich war. Die Schweinegrippe hingegen löste im Vergleich zur Corona-Pandemie wenig Panik aus, da die Viren anderen bereits bekannten Viruserkrankungen ähnelten und viele Menschen immunisiert waren. Heute gibt es zudem auch eine wirksame Impfung.

G4 ist dem H1N1-Virus zwar ähnlich, weist allerdings dennoch Unterschiede auf. G4 ist hochgradig ansteckend und schützt auch immunisierte Menschen nicht. Die derzeit am Markt erhältliche Impfung sei nicht wirksam gegen eine potentielle Ansteckung. Gegebenenfalls könne die Impfung allerdings weiterentwickelt und somit auch vor neuartigen Virusarten schützen. 

In China wurde von 2011-2018 eine Studie durchgeführt, für welche 30.000 Nasenabstriche bei Schweinen abgenommen wurden. Das gleiche Experiment wurde auch an Frettchen durchgeführt, weil diese Menschen hinsichtlich der Symptomatik sehr ähneln. Das Resultat war die Erkenntnis, dass sich G4-Viren in menschlichen Zellen vermehren und die Symptome bei Frettchen schwerwiegender sind. Das Ergebnis dieser Studie waren außerdem 10,4% infizierte Schweinehalter und Antikörpertests, welche ergaben, dass auch 4,4% der Bevölkerung infiziert wurden, darüber N-TV.

Ist dies ein Grund zur Sorge? Professor Kin-Chow Chang teilte dem BBC mit, dass andere Viren nicht ignoriert werden dürften, auch wenn COVID-19 derzeit Priorität hätte. Theoretisch kann eine neuartige Influenza jederzeit ausbrechen. Impfungen müssen kontinuierlich an neuartige Viren angepasst werden, um den Schutz tatsächlich zu gewährleisten. 

Professor James Wood an der veterinärmedizinischen Universität in Cambridge betont, dass dies eine Erinnerung daran sei, dass Menschen ständig zoonitischen Krankheitserregern ausgesetzt wären und vor allem Nutztiere Wirte und Überträger für Infektionen seien. In der Nutztierhaltung bestünde die erhöhte Gefahr, dass zoonotische Erreger von Tier auf Mensch übertragen werden. 

Fakt ist, dass Virusinfektionen kein neues Phänomen sind, jedoch durch den Ausbruch der COVID-19-Pandemie besonders viel Aufmerksamkeit erhalten. Es wäre sicherlich fahrlässig, alle anderen potentiellen Krankheiten aus den Augen zu verlieren. Dennoch kann in diesem Fall noch nicht von einer weiteren Pandemie ausgegangen werden. 

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