730,000 Dollar Minus auf Trading-App - 20 jähriger begeht Selbstmord (c) Titelbild Credits: Shutterstock

730,000 Dollar Minus auf Trading-App - 20 jähriger begeht Selbstmord

Ein schrecklicher Vorfall zeigt, warum es schärfere Beschränkungen und mehr Vorsicht geben sollte, wenn es um Trading-Plattformen und um das Geschäft mit Handelsoptionen geht. Zahlreiche Apps bieten einen leichten Zugang zu Märkten und Investmentmöglichkeiten und nun nahm sich durch eine temporär falsche Anzeige des Saldos ein junger Mann das Leben. 

Trading-Apps erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, weil sie ein vermeintlich einfaches Einkommen suggerieren und sich so oft auch junge Menschen unter fehlender Berücksichtigung des hohen Risikos und mit  zu wenig Know-How auf das Geschäft mit Handelsoptionen einlassen. 

Alexander E. Kearn, ein 20-jähriger Student der Universität von Nebraska, hat während der Pandemie und den daraus resultierenden Maßnahmen laut seiner Familie aus Langeweile damit begonnen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Mit der App Robinhood begann er dann zu "traden" (dt. handeln).

Aus seinem Abschiedbrief geht hervor, dass er selbst nicht verstehen kann, wie es zu solch einer Verschuldung kommen kann. "Wie konnte ein 20-Jähriger ohne Einkommen eine Hebelwirkung von fast einer Million Dollar erhalten?"

(Anm. d. Red.: Durch einen Hebel [engl. leverage] ist es möglich, ohne zusätzliches Kapital das Engagement auf dem Markt zu erhöhen. Der Trader kann eine niedrige Summe bei einem Broker einzahlen und sich vom Broker Geld leihen, um eine höhere Position zu eröffnen)

Der junge Mann warf sich laut des Berichts von Forbes in seiner Heimatstadt Naperville, Illinois, vor einen Güterzug, nachdem er das Negativsaldo von 730,000$ sah. Das Absurde an dieser Geschichte - dies stellte keine unbesicherte Verschuldung dar, sondern nur ein vorübergehendes Guthaben, bis die Aktien beziehungsweise die zugewiesenen Optionen auf sein Konto korrekt übertragen wurden. 

Ein Vorfall, der hoffentlich eine Debatte lostritt

Der Handel mit Aktien ist KEIN Kinderspiel. Durch diverse Apps, wie Robinhood, wird zum Teil jedoch anderes suggeriert und der Zugang zum Aktienmarkt für jedermann eröffnet. Es fehlt dennoch den meisten UserInnen an  Wissen, um wirklich gewinnbringen und vor allem verantwortungsvoll damit umzugehen, weshalb es hier ganz klar strengere Beschränkungen geben sollte

Der Tod des jungen Mannes sollte als deutliche Warnung verstanden werden. Robinhood sprach zwar Beileidsbekundungen aus, weist jedoch jegliche Schuld von sich. Alexanders Vetter, Bill Brewster, versucht nun alles, um hier eine Veränderung herbeizuführen. Sein Twitter-Account ist voll von Meldungen über den Handel mit Optionen und Aufforderungen an Robinhood, endlich auf die zahlreichen Anfragen adäquat zu reagieren.

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