Leopoldstadt: der 2. Bezirk Wiens – eine Mischung aus Entspannung und Action (c) Titelbild Credits: pexels.com

Leopoldstadt: der 2. Bezirk Wiens – eine Mischung aus Entspannung und Action

Die facettenreiche Leopoldstadt, Wiens 2. Gemeindebezirk, hat so einige Highlights zu bieten. Eine Clubszene, die sich sehen lassen kann, den kultigen Prater oder auch die bezaubernden Weiten des Wiener Augartens. Und natürlich durchzieht die bewegende Geschichte des jüdischen Viertels den 2. Bezirk wie ein roter Faden. Machen wir also einen Spaziergang durch diesen wunderbaren Bezirk. 

Mit dem Donaukanal hat sich der 2. Bezirk über die letzten Jahre eine eigene Urlaubskulisse aufgebaut. Seine Füße kann man jedenfalls in den Sand stecken - zum Beispiel beim Tel Aviv Beach oder auch einfach am Ufer des Donaukanals. Denn es dauert nicht lange, bis von irgendwo eine sanfte Stimme „Wollt ihr Bier?“ ruft und ihr euch entspannt zuprosten könnt. 

Vom Ufer des Donaukanals spaziert ihr dann weiter stadtauswärts in Richtung Karmelitermarkt, gönnt euch ein paar erholsame Stunden im grünen Augarten und erkundet die jüdische Leopoldstadt, bevor ihr euch in einen der coolsten Clubs Wiens schmeißt

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Der zweite Bezirk - grün, aber alles andere als langweilig

Der Karmelitermarkt hat sich in den vergangenen Jahren zum vielleicht trendigsten Markt Wiens entwickelt. Im Gegensatz zu anderen Wiener Märkten findet man hier nicht überwiegend Händler, sondern viele Bauern und Bäuerinnen sowie ProduzentInnen, die ihre heimischen Lebensmittel anbieten. 

Der Markt wurde 1997 umgestaltet und ist seitdem einem starken Wandel unterworfen. Der erste Wiener Slow Food Corner bietet jeden Samstag gesunde und biologische Produkte. Wöchentlich wechselnd präsentieren ProduzentInnen ihre Produkte und sind dabei stets für ein Pläuschchen zu haben. Einfach charmant!

Bereits für ein bisschen Action? Dann ab in den Prater. Der Wiener Prater gilt für Besucher aus aller Welt als absolutes Must-see. Auch als Einheimischer kommt man hier immer wieder gerne her. Ob in seiner Funktion als Rummelplatz, als Ort nostalgischer Kindheitserinnerungen oder auch als grüne Oase, ein Besuch hier lohnt sich immer. Und einmal im Leben sollte wohl jeder Wiener und Wien-Besucher mit dem Riesenrad gefahren sein. Vermutlich ist es deswegen das ganze Jahr geöffnet.

In der angrenzenden Prater Hauptallee lässt es sich auf den 4,4 Kilometern der schnurgeraden Pfade zwischen den herrlichen Kastanienbäumen wunderbar zur Ruhe kommen. Zahlreiche Fiaker, die Touristen in diese grüne Oase entführen, und das Riesenrad, das immer wieder durch die Bäume blitzt, lassen das Herz eines jeden Wien-Lovers höher schlagen. 

Apropos grüne Oase - An der Grenze der Leopoldstadt zu Brigittenau liegt der Augarten. Die älteste barocke Gartenanlage Wiens befindet sich mit stolzen 52,2 Hektar hier. Schatten findet man an heißten Tagen unter den Blättern der Kastanien, Linden, Eschen und Ahornbäumen. Der Augarten ist eine eigene kleine Welt mit Gastronomie, Sportplätzen und Liegewiesen. Egal ob zur sportlichen Betätigung, zum intensiven Sonnenbaden oder zum Ruhe genießen auf einer schattigen Parkbank – der Augarten ist ein zauberhafter Ort, der viele Wiener und Nicht-Wiener tagtäglich begeistert. 

Und im Sommer lockt das Kino wie noch nie am Augartenspitz mit abwechslungsreichem Kino-Programm in den 2. Bezirk und ist vermutlich Wiens schönstes Open Air Kino.

Kultur und Geschichte im zweiten Bezirk 

Doch neben Kultur findet sich hier auch einiges an – teilweise sehr trauriger - Geschichte. Schon seit der Monarchie war das Karmeliterviertel ein traditionelles jüdisches Viertel. Die Geschichte der Leopoldstadt ist also eng verbunden mit der Geschichte der Juden in Wien. Im 17. Jahrhundert befand sich im Karmeliterviertel die Judenstadt, denn die jüdischen Wiener wurden aus der historischen Stadt vertrieben. Auch heute ist der Anteil der orthodoxen Juden an der Gesamtbevölkerung in der Leopoldstadt groß. Das zeigt sich auch an der Infrastruktur, die koschere GeschäfteSynagogen und Jeschiwas umfasst. 

Mit den Novemberpogromen und dem Naziregime wurden die Wiener Juden aus dem 2. Bezirk vertrieben, brutal ermordet, und das jüdische Leben mit seiner gesamten Infrastruktur unterbunden. Es dauerte Jahrzehnte ehe neues jüdisches Leben zurück in die Leopoldstadt zog. 

Fortgehen im 2. Bezirk - Leopoldstadt stellt euch vor die Qual der Wahl

Nach so viel schwermütiger Geschichte brauchen wir erst mal einen Drink. Und da hat der 2. Bezirk ein paar ganz heiße Tipps. Und, wenn wir schon beim Thema heiß sind – wie wär's mit ein bisschen saunieren?

Die ehemalige Sauna im Wiener Prater zählt zu den angesagtesten Clubs in Wien. Techno und Electro sind die Standbeine der einzigartigen Location. Noch immer versprüht die Pratersauna den Charme der 1960er Jahre. Im Sommer kommen diese Vorzüge besonders zur Geltung. Welcher Club hat schon einen derartig schönen Pool im Garten? In der Sommersaison lädt der Sauna Strand Klub bis 20 Uhr zum Schwimmen ein. Ansonsten ist das Schwimmbecken in den Nachtstunden beleuchtet und eine schöne Kulisse für die Partys.

In den Innenräumen der Pratersauna werden gleich mehrere Floors bespielt, darunter das so genannte Glashaus und der Toiletfloor. Die musikalische Bandbreite reicht von Minimal Techno bis zu elektronischen Live-Acts. Im Sommer weiten sich die Partys auf Garten und Terrasse aus.

Wer "A" sagt, muss auch "B" sagen. Und wer „Pratersauna“ sagt, muss auch „VIE I PEE“ sagen. In direkter Nachbarschaft und Verbundenheit zur Pratersauna, erstreckt sich auf einer Fläche von insgesamt 2.000 Quadratmetern, davon 600 Quadratmeter indoor, für rund 500 Gäste das VIE I PEE. Bespielt wird der „Hip-Hop-Club“ von Mittwoch bis Samstag, wobei unterschiedliche Musikrichtungen das Programm prägen, das von Soul, Funk, Jazz, R’n’B über Rap bis hin zu Hip Hop reicht.

Wer es lieber ein bisschen mehr underground mag, der wird im Fluc sein Glück finden. Das Fluc ist aufgeteilt in das eigentliche Fluc und die Fluc_Wanne. Die Fluc_Wanne entstand aus einer aufgelassenen Fußgängerunterführung. Das Fluc wurde darüber erbaut. Im oberirdischen Fluc kann man günstigen oder auch Gratiskonzerten lauschen und dabei ein paar Drinks konsumieren. Unten zahlt man je nach Veranstaltung etwas mehr Eintritt.

Das Angebot ist mehr als abwechslungsreich. Es kann durchaus vorkommen, dass an einem Tag eine avantgardistische Kunstausstellung stattfindet und am nächsten bereits wieder eine Goa- oder Dubstepparty. Im Fluc gibt sich ganz Wien die Hand. 

Und das gilt nicht nur für das Fluc - man möchte fast meinen, dass der 2. Bezirk der bunteste Bezirk Wiens ist. 

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